Seventeen years later. Von J.P. Pomare
J.P. Pomare ist ein neuseeländischer Thriller-Autor dessen Bücher innerhalb der Inselgrenzen Bestsellers sind. OK - es gibt da nur ca. 5,5 Millionen Menschen die nun nicht alle Thriller lesen. Aber trotzdem: Wenn der renommierte lübbe-Verlag beschliesst, einen Roman von Pomare in Deutsch zu übersetzen (Den Titel haben sie dabei vergessen...) und zu verlegen, dann muss irgendjemand Vertrauen in Pomares Schreibe haben. Und ich sage: Gottseidank!
Endlich wieder ein Page-Turner. Ich finde es schön, mal wieder einen neuen Namen zu finden, der ebenso gut mit Spannung und subtiler Manipulation umgehen kann. Und da liegt so ein Buch.
Seventeen Years later spielt auf zwei Zeit-Ebenen. Das ist ja nicht ganz unproblematisch, aber der Autor kann das wirklich sehr gut kombinieren. Eine True-Crime-Podcasterin macht sich auf die Spuren von einem Serienmörder, der längst im Gefängnis sitzt (das ist ja der clevere Dreh bei den True-Crimern: Sie müssen nicht ermitteln um den Täter zu überführen - sie müssen es nur noch erzählen...). Gleichzeitig wird dem Lesenden die Geschichte, die dazumal geschehen ist, vom inhaftierten Mann selber erzählt. Und schon ergibt sich eine wunderbare Symbiose und die Spannung steigt: Kommt die Podcasterin auf die richtige Spur? Befragt sie die richtigen Menschen?
Im letzten Drittel des Buches spielt der Autor mit der LeserInnenschaft Katz und Maus: Viele kleine Twists in beiden Geschichten, neue Erkenntnisse, neue Methoden (wer gräbt schon eine Zeitkapsel aus einem Neubau zur Klärung eines Verbrechens?) - das Buch wird zum Page-Turner.
Kaufempfehlung: Ja, um wieder mal mitzufiebern.