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Ostfriesen Zorn von Klaus-Peter Wolf

Die Ostfriesen-Krimis sind weiterhin eine fast ungetrübt vergnüglich Lektüre. Nur in diesem Buch wir etwas zu viel gemeuchelt.

Ich habe an dieser Stelle schon einmal ein Buch von Klaus-Peter Wolf, dem sehr kompetenten Krimi-Autor gecheckt (https://www.buechercheck.com/2020/10/27/rupert-undercover-von-klaus-peter-wolf/). Über den Autor, die Umgebung und über die Themen seiner Bücher kann ich nichts anderes schreiben, das ändert sich nicht mit einem neuen Titel. Aber ich bin dennoch ein bisschen erschrocken: Bisher waren die Krimis um Ann Kathrin Klaasen witzig und man bekam Lust, den Zug zu nehmen um sich auf der ostfriesischen Insel Langeoog in die Dünen zu setzen und Urlaub zu machen und die Eingeborenen mit einem "Moin" zu begrüssen.

Bei diesem 500seitigen Krimi hatte ich aber ein anderes Gefühl: Einerseits begegnete ich seitenlangen "Reflektionen" von Personen über sich selbst oder über sein/ihr Leben. Als wollte der Autor "Seiten füllen", weil er unbedingt die 500-Seiten-Marke knacken wollte. Da denken Serienmörder über ihre Tätigkeit nach, verderben das "Good feeling" beim Lesen und bringen die Geschichte keinen Millimeter weiter. Damit konnte ich im vorherigen Buch sehr gut leben, denn da war der Protagonist mit seinen Gedanken alleine und diese waren dann auch unterhaltsam zum Lesen. Im vorliegenden Buch wird damit sehr, sehr grosszügig und langatmig umgegangen.

Andererseits ist überschreitet der Autor in diesem Buch auch eine andere Grenze: Es wird ziemlich oft gemordet. Junge Frauen werden reihenweise erdrosselt und entstellt. Wir kennen das von Klaus-Peter Wolf, er mag es manchmal etwas "heftig". Aber dies war für meinen Geschmack "too much". Umsomehr, als das die spannenden Momente im Buch bei weitem nicht die Morde waren. Wäre einer mehr oder weniger beschrieben worden - es hätte höchstens auf die Seitenzahl Einfluss gehabt. Aber nicht auf die Spannung im Buch. Die Lesenden erkannten 10 km gegen den ostfriesischen Wind, welches "Mädchen" das nächste Opfer werden wird. Das ist nicht spannend.

Spannung gibt es dennoch in diesem Buch. Gegen Ende des Krimis sind einige Spannungsbögen gut gespannt. Aber es reicht nicht aus, um diesen Buch meiner Frau zu empfehlen, die mittlerweile schon den einen oder andern Krimi liest: "...solange nicht permanent gemordet wird..."

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