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Blinde Göttin von Anne Holt

Anne Holt sei die weibliche Ausgabe von Henning Mankell. Ich sehe das nicht so...

Der Klappentext verspricht, die Autorin sei "die weibliche Henning Mankell". Also ich liebe Hennig Mankell und ich schlussfolgerte, dass dann Anne Holt ebenso gut sei.

Also ganz ehrlich: Es hat was. Aber nicht alles.

Anne Holts Geschichte ist gut. Der Plot ist schlüssig und abwechslungsreich. Es passiert viel und die Geschichte wird - das gehört sich so bei Profis - permanent weiter getrieben. Man kann sich gut mit den ProtagonistInnen identifizieren, die Dialoge sind authentisch (also sie könnten tatsächlich auch gesprochen sein) und die persönlichen Macken der Kommissarin oder des Hauptermittlers sind auch nicht übertrieben und passen ganz gut in die Landschaft. Apropos Landschaft: Man merkt, man ist in einer norwegischen Stadt unterwegs, aber es gibt keine ablenkenden stadthistorischen Ausflüchte. Die Sprache ist manchmal sehr schön beschreibend und im richtigen Moment direkt und stark.

Also eigentlich hat dieser Roman alles, was man von einem "skandinavischen Kriminalroman" erwartet. Nur eins fehlt, jedenfalls mir: Die Spannung. Wenn ein Buch spannend ist, dann kann ich es kaum weglegen oder ich lege mich schon mal eine halbe Stunde eher ins Bett, damit ich noch ein bisschen länger lesen kann. Diese Geschichte, so schön und gut sie auch aufgeschrieben war, hat mich nicht gefesselt. Sie hat mich auch nicht gelangweilt. Aber spannend? Nein, das war sie nicht. Und deswegen, bleibt sie die weibliche Anne Holt.

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