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Der letzte Gang serviert der Tod. Ein Alpenkrimi von Jörg Maurer

Wenn der "Zweifarbige Knorpelporling" und ein Volk von "Totholzspringschwänzen" in einem Krimi eine Rolle spielen, kann der Autor eigentlich nur "Maurer" heissen...

Jörg Maurer - der Autor von bisher 13 Alpenkrimis um Kommissar Jennerwein - ist ein ursprünglicher Kabarettist. Und das garantiert ein Dauerschmunzeln bei seinen Büchern wegen der Dichte von Flach-, Wort- und Sprachwitzen!

Bisher habe ich die Maurer-Romane mittels Hörbuch konsumiert. Da liest der Kabarettist seine Bücher gleich selber vor und bietet damit Garantie, dass die richtigen Stellen betont oder verwitzt werden. Und so hatte ich auch keine Schwierigkeiten, seinen neuesten Krimi selbst zu lesen. Ich wusste genau, wo der Autor eine witzige Pause beim Vorlesen einlegen würde...

Und er geht auch in seinem 13. Alpenkrimi mit seinem Humor in die Vollen! Da spielen zum Beispiel die bayrischen "Schwammerln" eine Hauptrolle und schon alleine die Namen der Pilze (sie sind - so der Autor im Vorwort - alle echt!) sind grossartig. Oder - im letzten Drittel des Buches - verwendet er einen "running gag" (Zwei alte Damen trinken Kaffee und sehen den Kommissar auf dem Radel vorbeifahren...), der letztlich ad absurdum geführt wird. Oder er beschreibt das soziale Leben des Volkes der Totholzspringschwänze (Milbenart aus dem Erdreich), welche nach dem Genuss einer Sauce, die irrtümlicherweise von den Kriminaltechnikern in die Wiese vor dem Tatort geschüttet wurde, eine Nebenrolle im Buch - und einer Erwähnung ganz zum Schluss - bekommen. Auch das Kapitel 48, es besteht aus Protokollaussagen von Passagieren in einem Flugzeug, die allesamt dasselbe gesehen und etwas verschieden rapportiert haben, ist richtig witzig zum Lesen.

Die Geschichte - also der Fall - ist nicht sehr alltäglich. Er spielt - wie immer - im und um den bayrischen "Kurort mit dem Bindestrich" (ich glaube, ich habe in den ganzen 13 bisherigen Büchern nie das Wort Garmisch-Partenkirchen gelesen oder gehört...). Wann werden schon vier Menschen in einer Küche mit vier verschiedenen Methoden ermordet (selbstverständlich spielen die "Schwammerln" eine Rolle. Oder doch nicht?)? Es gibt viel aufzuklären für das Team Jennerwein und ich - als Jennerwein-Fan - bin froh, dass alle wichtigen Mitglieder des Teams das Inferno aus Band 12 überstanden haben. Die Reihe kann irgendwann begonnen werden, die Geschichten nehmen keinen Bezug auf die vorhergehenden Bücher, mit Ausnahme natürlich einiger Bemerkungen über die Protagonisten.

Empfehlung: Hören statt lesen Sie doch mal einen Jörg-Maurer-Roman! Der Mann schreibt witzig, aber er liest auch sehr witzig. Sein Portrait auf der Klappe sollte Beweis genug sein: Schon da kommt einem das Schmunzeln bei der Ansicht dieses verschmitzt lächelnden Autors aus dem Kurort mit dem Bindestrich... Den besten Beweis liefert der Autor aktuell (Januar 2021) auf seiner Homepage, wo er seine beiden Bücher mit russischem Akzent anbietet...

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