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Das Manuskript von John Grisham

Grisham hat bisher 33 Romane veröffentlicht. Viele davon handeln von der juristischen Welt in Amerika. Kanzleien, Gerichte, Anwälte – das ist eines der Hauptfelder von Grisham. Nicht dieses...

Grisham hat bisher 33 Romane veröffentlicht. Viele davon handeln von der juristischen Welt in Amerika. Kanzleien, Gerichte, Anwälte – das ist eines der Hauptfelder von Grisham (Er kann natürlich auch anders: Sein Buch «Das Fest» beschreibt eine groteske Situation um einen freiwilligen Versuch, das Weihnachtsfest zu boykottieren).

Das Schöne an seinen Werken ist, dass die Lesenden, ohne sich belehrt zu fühlen, Einblick in ganz andere Welten oder Ereignisse erhalten. Wie erwähnt hat man nach 2 – 3 Grishams das Gefühl, man könnte als Anwalt vor ein amerikanisches Gericht treten, um einen Unschuldigen zu verteidigen: Das Verbrechen, die Tat, das Ereignis ist das eine. Aber Grisham erklärt das Umfeld in seiner einzigartigen Erzählweise und bildet ab, wie z.B. die Kanzleien in Amerika funktionieren oder wie die Gericht in Amerika arbeiten. Wo die Schwachstellen sind, wie man sie infiltriert und so weiter.

«Das Manuskript» ist der zweite Roman einer «neuen» Reihe um einen Buchhändler auf Camino Island in Florida. In diesem Buch wird der Leser/die Leserin zuerst in Grishams wunderbarer Art in das Leben und Denken eines Buchhändlers in Amerika eingeführt. Man erlebt Autoren und Autorinnen, deren Leben und man ist dabei, wie eine Buchhandlung auf einer solchen Insel funktioniert. Man wird über die Werte von Manuskripten informiert und erkennt bald, dass «ein Buch schreiben» auch viel mit Intrige, Geschwätz, Erpressung, Betrug und Werbung zu tun hat.

Dann kommt ein Hurrikan und zerstört die Insel. Und diese Schilderungen sind so realistisch, dass man beim Lesen die Fensterläden schliessen möchte. Grisham schildert den Sturm und die Aufräumarbeiten, als wäre er selber betroffen (war er ja vielleicht auch?). In dem Sturm stirbt dann ein Freund von ihm und die Geschichte um die Aufklärung dieses Todesfalles gibt dem Buch den roten Faden. Dass man nebenbei auch noch Insider/in wird im grossangelegten Medikamentenbetrug – bei Grisham ist das im Preis inbegriffen. Und auch in diesem Buch verliert man den Faden nicht. Es bleibt klar und flüssig geschrieben.

Bei Werken wie «Das Manuskript» merkt man auch, wo sich die Weltbestseller-Autoren vom Rest abheben: Die Beschreibung von einem Essen des Protagonisten mit seinen Autorenfreunden zieht sich über mehrere Seiten hinweg und wird in vielen Einzelheiten erzählt. Weil diese letzlich plotrelevant sin. Und zwar spannend und unterhaltsam. Man wähnt sich dabei. Und das ist die Kunst, die ein Grisham beherrscht.

Das Buch ist (Zitat Rückentext): «Ein grossartiges Lesevergnügen». Dem stimme ich zu.

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