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1965. Der erste Fall für Thomas Engel von Thomas Christos

Der Titel sagts. Die Geschichte dieses Buches spielt im Jahre 1965. Ich habe eine Art «Hassliebe» entwickelt zu den historischen Krimis. Aber eben...

Der Titel sagts. Die Geschichte dieses Buches spielt im Jahre 1965. Ich habe eine Art «Hassliebe» entwickelt zu den historischen Krimis. Sie sind nicht erste Wahl bei meinen Einkäufen in der Buchhandlung. Aber ich wähle dennoch immer mal wieder einen aus. Und wenn dazu noch steht «Erster Fall für …», dann ist mein Interesse sowieso geweckt: Denn hier bekomme ich die Chance, eine Reihe von Beginn weg mitzulesen. Wenn das Setup passt, ich den Helden oder die Heldin in mein Bücherherz schliesse und der Erzähl- und Schreibstil des Autors passt: Bingo!

Das Buch von Thomas Christos ist: Bingo!

Christos macht es einem sehr leicht, sich in die Welt von 1965 zu begeben. Ich persönlich war da schon 5 Jahre alt, aber es war noch nicht die Zeit, an die ich mich heute erinnern kann. Ich spüre gut, dass Thomas Christos – gemäss Klappentext – unbedingt «die bewegenden Sechzigerjahre mit dem Genre eines Kriminalromans beschreiben wollte!».

Es ist ihm gelungen. Und wie: Wir erleben die Polizeiausbildung von früher, das Ermitteln und die Verbandelungen zwischen dem «Volk» und der Polizei. Oder wir sehen, wie ein junger Polizist als Protegé von seinem Onkel Karriere macht.  Ein bisschen schriftliches «Babylon Berlin». Oft habe ich während des Lesens auf meinem Handy Google nach einem bestimmten Autotypen gefragt – z.B. denPorsche 356 oder Opel Admiral -, damit ich mein Kopfkino mit dem entprechenden Bild ausrüsten konnte. Es ist schön mal wieder zu lesen, wenn jedes Telefongespräch aus einer Kabine oder von einem Apparat von der Bar-Theke kommen muss und nicht bei jedem Gedanken der Assistentin das Handy klingelt. Auch interessant das Reisen zu dieser Zeit… Und da sind da noch die Rolling Stones, die in diesem Buch mitmachen. Und die es heute (2020) noch gibt…

Die Geschichte ist anspruchsvoll, weil mehrschichtig, aber über die Zeit verständlich. Und sie bietet nochmals einen Zeitsprung – in die 30er Jahre. Damit kommt man aber gut zurecht. Der Plot ist spannend, aber nicht zu hektisch und ich habe mit bei der Lektüre dieses Buches sehr wohl gefühlt. Und das ist nicht ganz selbstverständlich, denn die Themen, die in diesem Buch eine Rolle spielen, sind keine Gentlemen-Delikte: Kindermord, Misshandlung von psychisch kranken Menschen – aber eben alles in verträglichen Dosen und nicht voyeuristisch dargestellt.

Ich freue mich auf den nächsten Fall von Kommissar Thomas Engel. Falls es das überhaupt gibt. Denn der junge Kommissar ist alles andere als wissend, was seine Zukunft bringt. Er weiss lediglich, was er nicht will…

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