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Tödliches Verderben. Von Karin Slaughter.

Sehr viele Verdächtige. Sehr viele Geschichten. Sehr viele Traumata. Sehr viel Lesestoff.
Ein Buchcheck von Daniel

An sich ist der Name "Karin Slaughter" fast schon eine Garantie für einen guten Krimi oder gar einen Thriller. Dazu kommt der rote Kleber von SPIEGEL: "Bestseller-Autorin" und die Dicke des Hardcoverbuches von über 550 Seiten. Also das richtige für ein paar Spätsommer-Abende mit Jacke und Zigarre im Garten.

Der Klappentext hätte mich eigentlich vorwarnen sollen. Immer wenn es um "Lügen und Schweigen" geht, wenn es "Verstrickungen" gibt und am Schluss auch die Ermittelnden zur Zielscheibe werden sollen, ist das ein Zeichen für eine eher anspruchsvolle Lektüre.

Und tatsächlich. Es beginnt mit einer Beerdigung ihrer Mutter, bevor die Protagonistin mit ihrer Schwester zu einem Tatort im selben Dorf gerufen wird. Und dann beginnt eine wahrhaftige Odyssee, wo sich die beiden Frauen zwar gegenseitig misstrauen und bekämpfen, aber dennoch versuchen das Verbrechen zu enträtseln. Es gibt viele - sehr viele Verdächtige die permanent wieder wechseln. Die eine der beiden Frauen (Polizistin im Dorf) kämpft gegen ihre Vergangenheit. Ihre Schwester (pensionierte FBI-Agentin) gegen ihre Alkoholsucht und ein unglaubliches Geheimniss aus ihrer Vergangenheit, die sie vornehmlich weit weg in einer andern Stadt verbracht hat.

Emmy (die zur Wahl stehende Nachfolgerin ihres verstorbenen Vaters, der Dorf-Sheriff war, ja, es ist nicht einfach...) muss sich gegen Polizeikollegen, Dorfbewohnerinnen und die eigene Familie durchsetzen (natürlich ist der Sohn auch Polizist und ihr unterstellt....). Dann baut Karin Slaughter viel Drama in die Geschichte, denn die junge Tochter des Opfers überlebt schwer verletzt und wird von ihren Freundinnen einerseits geschützt und auch verraten.

Die versprochenen "Verschwörungen" reichen Jahrzehnte lang zurück und plötzlich kann man niemandem mehr trauen. Dazu kommt das Trauma der eben verstorbenen Mutter und demente Zeugen.

Bref: Die Autorin packt sehr sehr viel in ihren Thriller. Die Spannung ist daher nicht permanent hoch, wohl aber die Herausforderung, den Überblick zu behalten. Lee Child meint dazu: "Slaughter steht für Leidenschaft, Intensität und tiefe Menschlichkeit". Da hat er recht.

Wenn Sie also bereit sind für viele Seiten Geschichte - ohne viel Blut, ausser am Anfang - dann ist das ein Buch für Sie. Es kostet 24 EUR oder 35 Franken.

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