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Querfeldein. Von Alex Capus.

Moskau, einfach.
Ein Buchcheck von Roger

Wenn es dem Gestalter der Wetterkarte von SRF Meteo mal ums Spassen ist, platziert er im Nordosten der Schweiz die Ortsmarke «Moskau». Dass ein Quartier einer Schaffhauser Gemeinde tatsächlich so heisst (und andere aufgrund einer Vorgeschichte mit einem Russenfeldzug «Petersburg» und «Warschau»), ist eine Pointe, an der Alex Capus sein neues Buch «Querfeldein» festmacht.  

Wie andere Romane des Oltener Schriftstellers und Barbetreibers – etwa «Munzinger Pascha» über einen Schweizer Afrikaforscher – hat auch dieser einen historischen Hintergrund. Er beginnt damit, dass ein junger Schweizer mit einem Spielgewinn nördlich von Ramsen (SH) Land an der schweizerisch-deutschen Grenze erwirbt und darauf den «Gasthof Zur Moskau». Die flotte Betty, die eines Tages hoch zu Ross auf dem Gut einreitet und bald dieses Arthurs Frau wird, ist allerdings ein Produkt der Capus’schen Fabulierlust; ebenso ihre Familie mit der bewegungssüchtigen ältesten Tochter Clara und ihren sieben Geschwistern und die skurrile Gemeinschaft der Dorfbevölkerung und der Stammgäste.

Real ist hingegen der professionelle Schmuggler, der eines Tages im deutschen Schicksalsjahr 1933 über die nahe deutsche Grenze kommt und im Schuppen des «Moskau» Unterschlupf findet. Dieser Hermann Weber verschwindet nicht nur regelmässig mit vollen Seesäcken in der Nacht; er macht sich auch in Haus und Hof nützlich und gehört bald zur Familie, weil sich die eigenwillige Clara in ihn verliebt. Eines Nachts wird er aber bei einer erneuten Contrebande noch auf Schweizerboden von Nazis zusammengeschlagen und auf deutsches Gebiet entführt, was – und hier stützt sich der Erzähler auf Verwaltungsakten und Briefe von Weber selber – zu einer Staatskrise zwischen Deutschland und der Schweiz führt. Der in Konstanz gefangen Gehaltene wird schliesslich auf bundesrätliche Intervention zurückgeführt, aber wegen seines illegalen Aufenthaltsstatus von der Schweiz ausgewiesen. Ob er sich je wieder meldet oder von seiner Clara gefunden wird, lässt Capus offen.

Der heitere Mix zwischen Phantasie und Wahrheit macht Querfeldein zur idealen Lektüre für einen warmen Sommertag. Ebensolche Empfehlung!

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