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Vermisst - Der Fall Lucas. Von Christine Brand

Der neue Krimi von Christine Brand. Genau so wie die vorhergehenden - gut, lesefreundlich und spannend.
Ein Buchcheck von Daniel

Kennen Sie Christine Brand, die aus dem Emmental stammende Gerichtsreporterin und Krimiautorin? Wenn nicht, dann lohnt sich vielleicht die Visionierung des True-Crime-Dok-Films „Der Fall M.“ von SRF, datiert vom April 2026. Da wird Brand als Expertin gezeigt. Sie beschreibt, wie sie die Gerichtsverhandlungen erlebt hat und man merkt sofort, dass die Frau eine fundierte Ahnung von Gerichtsfällen und Verbrechen hat.

So gesehen ist es nicht verwunderlich, dass ihre Kriminalromane – aus der Reihe „Vermisst“ – ziemlich authentisch daher kommen und sich wenig reisserisch oder abstrus präsentieren.

Im vorliegenden Fall „Vermisst – Der Fall Lucas“ spielt „Malou“, die Ex-Kommissarin aus Bern, natürlich wieder die Hauptrolle. Wie schon in den vorherigen (und auch in diesem Blog beschriebenen) Geschichten, ist sie eine sehr sympathische junge Frau, die einem mit ihren unkonventionellen und manchmal auch sehr unvernünftigen Ermittlungsaktionen nerven kann. Sie fährt seit jeher eine alte und unzuverlässige Vespa, die (Achtung Spoiler…) in diesem Band – endlich – den Geist aufgibt. Ihre Lebensumstände (inkl. die des bei ihr lebenden Leguans) werden nochmals beschrieben, sodass man sofort in die Geschichte einsteigen kann. Als Nebenstrang läuft die Suche von Malou nach ihren leiblichen Eltern, die auch in diesem Buch weitergeht (und wiederum nicht abgeschlossen wird).

Christine Brand schreibt für ein „normales Publikum“, also auch für Menschen, die „mal einen Krimi probieren möchten“. Es gibt – klar – schon ein paar Leichen. Aber Brand versteht es gut, diese in einem verträglichen Stil zu präsentieren.

Die Geschichte ist interessant, der Fall ist spannend und eigentlich hat man bis weit ins letzte Drittel das Gefühl, dass der Fall klar ist. Man ahnt zwar, dass dem nicht so ist, aber man ist als Leser oder Leserin doch überrascht, welche Lösung bei diesem Plot am Ende präsentiert wird.

Die Spezialitäten an diesem Buch ähneln der vorhergehenden in der „Vermisst“-Serie. Man kann erstens die Übersicht behalten, auch wenn die Autorin Zeitsprünge macht und zwischen den Kapiteln in jeweils andere Umgebungen wechselt. Also ein lesefreundliches Buch. Zweitens: Der Umfang. Wer lieber kleinere und übersichtlichere Bücher hat, muss sich wappnen: Auch dieser Band hat über 500 Seiten. Aber sie sind nicht „alibigefüllt“, sondern bewegen sich im Rahmen der Geschichte. Und drittens: Christine Brand macht nicht einfach am Schluss des Buches eine „Danksagung“ an all jene, die sie im Schreibprozess unterstützt haben. Nein, sie vermittelt auch ihre Gedanken zum Buch. Über fünf Seiten „Dank und Gedanken“, unterzeichnet am Schluss mit „Herzlich, Christine Brand“ zeigen das gute Verhältnis zwischen Autorin und Lesenden.

Hoffentlich gibt’s noch ein bisschen mehr von Malou und ihrer neuen Vespa. Das Buch kostet in der Buchhandlung als Paperback ca. 27 Franken. Im Online-Versand (Amazon.de) rund 10 Franken weniger.   

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