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Bredouille. Von Martin Walker.

Ein Wohlfühlbuch!
Ein Buchcheck von Daniel

Wenn Sie genug haben vom Unbill des Alltags oder wenn Sie mal wieder schwelgen und vom Auswandern träumen wollen, dann greifen Sie zu einem der bisher achtzehn erschienenen Bände über "Bruno, Chef de Police" von Martin Walker. Sie werden sofort ein tiefenentspanntes Gefühl spüren. Auch wenn es ein Kriminalroman ist. Und auch wenn es - ab und zu - eine Leiche gibt (in diesem Band ist es eine Suizid-Leiche, deren Tod vor dem Beginn des Buches eingetreten ist, also keine Angst vor brutalen Szenen). Im äussersten Fall gibts eine Prügelei oder vielleicht - alle paar Bände mal - einen Schusswechsel. Und Bruno wird dann auch mal angeschossen. Aber irgendwie hat man immer das Gefühl, das muss so sein.

Ich hatte das Vergnügen den Autor Martin Walker persönlich zu erleben (an einer Lesung in Liestal/BL!). Er ist eigentlich ein Schotte, lebend in Washington, spricht aber gutes Deutsch und lebt sicherlich die Hälfte des Jahres im Périgord, wo sein Held Bruno lebt und arbeitet. Ein hoch sympathischer, bodenständiger Mensch, der am Schluss der Lesung und des Interviews ohne Verstärker und Mikrophon dem Publikum noch ein französisches Lied (aus dem Périgord) acapella vorgetragen hat.

Warum sind diese Bücher so entspannend? Nun, wie gesagt, der Plot des Krimis ist da und Walker erzählt ihn auch gut und mit etwas Spannung. Aber der allergrösste Teil des Buches befasst sich mit dem Leben von Bruno, der als Dorfpolizist den kleinen Kindergartenkinder über die Strasse hilft, der jeden Morgen mit seinem Hund joggt, der seine Hühner füttert und die Trüffel aus seinem Garten klaubt, der den Markt von St-Denis beaufsichtigt, den multikulturellen Rugby- und Tennisnachwuchs im Tal trainiert, der leidenschaftlich gerne und unglaublich einfach und gut kocht und diese Kunst fast jeden Abend bei einer andern - meist weiblichen - Gesellschaft anwendet. Ein Abendessen kann schon gerne mal zwei oder drei Seiten lang beschrieben werden: Von der Zubereitung der Omelette bis hin zur Produktion des Schnapses für den Digestif. Alles wird minutiös dargelegt. Zwischendurch wird dann noch - je nachdem wer zu Tisch sitzt - auch noch der Kriminalfall besprochen. Die Tischgäste sind Bewohner und Bewohnerinnen des Périgord, alle - ausser die Bösen - liebenswert und richtig französisch. Und: Natürlich gibt es längst mehrere Kochbücher mit all diesen Rezepten ("Brunos Kochbuch" und "Brunos Gartenkochbuch" - weil alles in seinem Garten wächst....), geschrieben von Julia Watson, der Gemahlin von Walker. Sie ist verantworlich dafür, dass in jedem Krimi von Bruno viel gekocht, gegesssen und genossen wird.

Natürlich nimmt uns Bruno - durch seine Ausritte - mit in die wunderschöne Gegend um Saint-Denis (welches fiktiv ist, aber Walkers Wohnort in Frankreich ziemlich nahe kommt) und lehrt uns nebenbei auch noch alles über den lokalen Wein.

Bref: Keine Zeile in diesem Buch ist verschwendet. Man bekommt so viel Informationen über diese liebliche Gegend, dass man sich wirklich beim Gedanken ertappen kann, ob man wohl mal ein Wochenende in die Gegend reisen soll. Da kann geholfen werden: Selbstverständlich gibt es einen Reiseführer: "Brunos Périgrod" von Martin Walker!

Gönnen Sie sich ruhig mal einen "Bruno"! In diesem Falle 370 kleine Diogenes-Seiten Wohlfühlen im Pérogord, angereichert mit einem Kriminalfall.

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