
Nach der Lektüre von ein paar eher durchzogenen Büchern, gelüstete es mich mal wieder, einen rasanten Thriller zu lesen. Vielleicht einer, der noch etwas politisch angewürzt oder mit einer Prise Spionagenluft angereichert ist. So griff ich dann im Bücherladen-Regal zur Abteilung „B“ wie „Baldacci“ und griff nach dem Buch „Der Feind der Feinde“. Baldacci kann Thriller und er kann auch grosse Themen wie Spionage oder Kalter Krieg.
Und Baldacci enttäuschte meine Erwartungen nicht. Das dritte Buch der Reihe um Travis Devine ist in der vorliegenden Hardcover-Ausgabe vom Verlag Lübbe ein 500seitiges Lesevergnügen mit viel Spannung und Action. Natürlich auch vielen Leichen und Explosionen – aber wenn man das halt mal sucht und will, dann passt das.
Eines ist mir – als eigentlich harmoniebedürftiger Leser – sofort aufgefallen: Neben den Feindbildern, das sind meist böse Menschen die sterben müssen und auch werden, gibt es in dieser Geschichte auch eine kleine Anzahl „böse Menschen“, die viel Gefühl zeigen und die auch mal vergeben oder die Seiten wechseln können und zwar, weil sie plötzlich über andere Informationen verfügen. Oder weil sie nachdenken. Oder weil sie gar nicht so sind, wie wir als Lesende dies interpretiert haben. Das fand ich schon sehr spannend und es verleiht dem Plot eine Vielseitigkeit.
Travis Devine – ein Ex-Army-Ranger – sollte eigentlich ein strenger, zielstrebiger Agent einer amerikanischen Rechtsbehörde sein. Zu Beginn ist er das auch und wird sofort (schon auf dem Klappentext) mit dem Tode bedroht. Seine Aufgabe aber bringt ihn in die unmittelbare Nähe eines dreizehnjährigen, ungezogenen Mädchens. Und der Autor Baldacci zeigt, wie Devine von dieser Aufgabe «gefangen» genommen wird. Herrlich zu lesen.
Das Buch ist – wenn man solche Art Polit-Thriller mag – sehr rasant, spannend und gut und übersichtlich erzählt. Kaufempfehlung: Ja. Man muss den Baldacci-Style aber mögen. Die Vorkenntnisse von Band 1 und 2 der Travis Devine-Reihe ist nicht nötig.