
Dieses Buch habe ich auf Hinweis meines Sohnes auf den Nachttisch gelegt und dann letzlich auch gelesen. Gleich vorweg: Das Buch "Luzifers Burnout" von Alex Flach ist schlicht umwerfend! Der Autor beweist, dass ein Plot, der aus verständlichen Gründen nicht auf Recherchen beruhen kann, mit viel logischer Kreativität zu einer Wahnsinnsgeschichte werden kann!
Die Geschichte spielt im Himmel und in der Hölle. Da wird uns erstmal vor Augen geführt, wie es "dort oben" oder "dort unten" ausschaut und wie es dort so abläuft. Die beiden Protagonisten (Gott und Luzifer) werden als CEOs ihrer Unternehmen beschrieben und es ist höchst amüsant, welchen Lebensstandard die beiden pflegen. Gott arbeitet in einem grossen Büro mit Fenster bis zum Boden, trinkt ab und zu einen Scotch und wettet gerne mal. Sein ehemaliger Freund - Luzifer - verbringt seine Tage im Verwaltungsviertel in der Hölle, fährt Mercedes und isst nicht gerne scharf.
Die Geschichte handelt dann vom Verhalten der Menschen und - wie in einem irdischen Roman - helfen Liebesgeschichten, Missverständnisse und "Menschlichkeiten" dem Plot zu Spannung und vor allem: viel Humor. Man schmunzelt hin und wieder, wenn z.B. der Teufel-Stellvertreter Netflix-Filme aussucht oder Gott eine Zigarre raucht und mit seinem Handy spielt.
Das Leben (oder besser: die Ewigkeit) im Himmel - bzw. in der Hölle - werden herrlich beschrieben. So erfahren wir, welche Menschen nach ihrem Ableben z.B. in den Himmel kommen, und wie sie dort behandelt werden. Und welche dann gleich in die Hölle weiterreisen müssen.
Das Buch erzählt uns viel über uns Menschen und plötzlich hoffen wir, dass wir in den beschriebenen Himmel kommen werden. Obwohl, Luzifer ist eigentlich ein cooler Typ, den man dann doch auch gerne mal kennen lernen würde.
Noch ein Wort zum Autor: Ein Glarner, den man in der Szene als "Mister Nightlife" kennt. Wahrscheinlich die Erklärung, weshalb die Szenen, die in diesem Buch "auf der Erde" spielen, auch nicht wirklich grosser Recherche bedurften. Sie handeln in Clubs und Alex Flach ist - gemäss Klappentext - ein Kenner der Clubszene. Das vorliegende Buch ist ein "Debütroman". Das ist spannend. Denn ich kann mir gar nicht vorstellen, wie er "Luzifers Burnout" toppen kann...
Kaufempfehlung: Unbedingt. Auch als Krimi-Liebhaber/in. Letztlich gehts in diesem Buch ums "Böse" in den Menschen. Aber es ist vorallem herrlich und humorvoll geschrieben!