
Karin Inge Nielsen hat eine Triologie erschaffen. Ähnlich der Thriller-Autorin McFadden macht sie das auch - wohl unter Mithilfe der Marketingabteilung des Piper-Verlages - optisch: Die Bücher haben ähnliche Titel, ähnliche Covers (die sich mal eben durch die Farbe unterscheiden) und vielleicht auch ähnliche Geschichten. Das kann ich ehrlicherweise nicht sagen, denn ich bin erst jetzt, im dritten Teil der Triologie, darauf gestossen.
Zugegeben: es hat mich jetzt nicht dermassen gepackt, dass ich die ersten beiden Bände sofort nachkaufen müsste. Aber - ich würde sie auch nicht gleich auf meinen Verkaufswagen packen. Denn die dritte Folge: "Niemand rettet Dich" ist durchaus kein schlechtes Buch. Es hat eine spannende Geschichte die in einem gemächlichen Tempo erzählt wird und auch spektakuläre Törns behinhaltet.
Was aber auffällt, und das ist ja schon fast ein USP dieses Buches: Es gibt keine offensichtlichen Nebenstränge. Will heissen: Die Geschichte bleibt beim Protagonisten. Wohl weiss die Leserschaft, dass es einen Täter gibt und glaubt sogar, ihn zu identifiziern. Aber der Erzählstrang bleibt an der Hauptperson haften. Das eine Kapitel endet, das nächste beginnt am selben Ort mit derselben Person, vielleicht ein paar Momente später. Das führt zu sehr angenehmen Lesefreuden. Man kann das Buch weglegen und später wieder zur Hand nehmen ohne gleich, KImässig, eine Zusammenfassung abzurufen. Man findet sofort wieder in den Lauf der Geschichte.
Für mich ist das Buch kein echter Thriller. Klar, auch hier gibt es unerwartete Wendungen, aber eher in der Vergangenheit. Keine, die das bisher gelesene komplett in Frage stellt.
Also: Kaufempfehlung? Ja, vielleicht. Beginnen Sie aber unbedingt mit dem Band 1 der Triologie. Denn die Fachpresse empfiehlt es, da Charakteren und Geschichten sich aufbauen und entwickeln. Leider wird das einem beim Kauf von Nr. 3 nicht mitgegeben (wie auch?) und somit bin ich persönlich in die Falle geraten.