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Der Stau. Von Jo Furniss.

Ein "Locked-Room"-Krimi. Aber ein guter!
Ein Buchcheck von Daniel

"Der Stau" ist ein sogenannter "Locked-Room-Thriller". Das heisst, die Geschichte spielt zum allergrössten Teil an einem Ort, von welchem niemand weg kommt. Also der Ermittler oder die Kommissarin nicht, der Mörder oder die Täterin nicht, die Zeugen nicht. Normalerweise bedienen sich die Autoren eines Hotels, welches man nicht mehr verlassen kann, weil es eingeschneit auf der Alm liegt. Oder eine Insel, die nicht mehr erreichbar ist, wegen des Sturms. Und die "Looked-Room"-Geschichten gehören zum Anspruchsvollsten für die schreibende Zunft! Denn es müssen viele Seiten gefüllt werden, ohne dass wirklich eine weltumspannende Action betrieben werden kann.

Im vorliegenden Fall ist es die Autobahn. Ein Vorfall hat dazu geführt, dass der Verkehr vor London auf der Autobahn komplett zum Stehen kommt und zwar für mehrere Stunden und gleich auf beiden Seiten. Damit der "Locked-Room" auch wirklich funktioniert, ist der Abschnitt mit übergrossen Lärmschutzwänden abgeschirmt und Handyempfang gibt es auch nicht (der Grund dafür: Terror-Gefahr). Und da taucht dann die Leiche hinter dem Steuer eines im Stau stehenden Fahrzeuges auf und die Polizistin, die gerade aus dem "Urlaub" auf dem Nachhauseweg ist, bleibt ungefähr auf gleicher Höhe mit dem Opfer stehen. Und beginnt zu ermitteln. Es folgend Dutzende von Gesprächen oder Wortwechsel mit möglichen Zeugen oder Tätern bis am Schluss dann tatsächlich eine Auflösung präsentiert wird. In der Zwischenzeit aber werden noch viele Probleme gelöst: Hungerattacken, übermässiger Harndrang, verpasste Termine etc.

Ich muss zugeben, dass mich die anfägliche Skepsis über einen weiteren "Locked-Room-Thriller" schnell verlassen hat. Die Geschichte ist wirklich gut durchdacht, und obwohl ja rein geografisch nichts passiert, gehts schnell voran in dem Ablauf.

Jo Furniss ist eine erfahrene BBC-Journalistin und man merkt das an dem durchdachten Plot und den Schlussfolgerungen aus den vielen Gedanken, die hier gewälzt werden.

Ich finde dieses Buch gelungen. Interessanterweise ist der Preisunterschied zwischen DE und CH nur marginal. Es kostet ca. 20 Franken und ist das Geld wert.

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